Dokumentation von Ethikberatungen

Bei der Dokumentation von Ethikberatungen ist es wichtig zu entscheiden, welche Ziele mit der Dokumentation erreicht werden sollen. Verlaufsdokumentationen zielen eher darauf, den Ablauf einer Beratung möglichst detailliert darzustellen, um die eigene Arbeit zu reflektieren. Ergebnisdokumentationen fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen, damit diese in der Krankenakte niedergelegt sind.

Ethikberatungen angemessen zu dokumentieren, ist keine leichte Aufgabe. Der folgende Vorschlag zum Aufbau einer Ergebnisdokumentation kann vielleicht dabei helfen, sie leserfreundlich zu getalten.

  1. Vorspann mit den formalen Angaben (Datum, Ort, Dauer der Beratung, Namen und Funktion der Teilnehmer, Angaben zur Patientin, zum Patienten)
  2. Diagnose, Prognose und mögliche Behandlungen
  3. Ethische Fragestellung, die in dem Gespräch erörtert wurden
  4. Ergebnis
  5. Begründung

Wichtig ist es bei der Begründung darauf zu achten, dass nicht nachträglich Begründungen für die getroffene Entscheidung gegeben werden. In der Ergebnisdokumentation wird vielmehr allein die Begründung wiedergegeben, die die Beteiligten an der Beratung als überzeugend akzeptiert haben. Die Ergebnisdokumentation ist damit keine nachträgliche „Analyse“ eines Beratungsfalles, sondern die möglichst genaue Wiedergabe dessen, was in der Beratung besprochenen wurde. Und auch das nur insoweit eine Entscheidung getroffen wurde, die dort begründet wurde.
Eine Verlaufsdokumentation stellt demgegenüber detailliert den Verlauf einer Ethikberatung dar. Dabei muss auch das Handeln der Berater detailliert berücksichtigt werden. Deutlich werden sollte, welche Interventionen die Berater wählen und welche Auswirkungen diese in der Beratung haben. Diese Art der Dokumentation dient daher dazu, die Qualität der Ethikberatung zu sichern. Sie ist anonymisiert zu erstellen, und sie kann dann im Rahmen des Ethikkomitees vorgestellt und diskutiert werden. Sie kann auch eine Grundlage für die Arbeit mit einem Supervisor / einer Supervisorin sein.

Weiterführende Literatur:
Fahr U (2209): Die Dokumentation Klinischer Ethikberatung. Ethik Med 21: 32-44

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